Montag, der 21. April war Patriots Day - in Massachusetts ein Feiertag (auch wenn das Wort hier eine etwas andere Bedeutung als in Deutschland haben muss, da Firmen solche Feiertage ihren Mitarbeitern zugestehen - oder eben nicht). Und weil der Bundesstaat Ausgangspunkt der Revolution gegen die Briten war, finden hier bei dieser Gelegenheit an allen Ecken und Enden sogenannte Reenactments statt - da werden also bestimmte Szenen nachgespielt. Und so kam es, das am vergangenen Sonntag nur 10 Minuten von unserer Wohnungstuer entfernt, das blutigste Gefecht des ersten Revolutionstages zur Wiederauffuehrung kam.


Im Unterschied zum Originalereignis folgt dem Gemetzel aber jetzt ein Fototermin mit den Zuschauern, bei dem auch die eben noch so grimmigen Rotroecke freundlich mit Kindern posieren und Fragen beantworten.

Ach ja - am naechsten Tag galoppierte dann auch noch Paul Revere persoenlich durch Arlington. So wie jedes Jahr bringt er dringende Botschaft vom Heranruecken der Briten nach Lexington und Concord.

Meine Guete ist das hier doch alles historisch ...
Das vergangene Wochenende haben wir (in Familie) auf dem Joe Val Bluegrass Festival zugebracht. Wer glaubt, das 3 Tage (6 Stunden + 15 Stunden + 6 Stunden) nahezu ununterbrochener Abfolge von Bands der gleichen Stilrichtung etwas anstrengend sein koennen, liegt nicht ganz falsch. Aber zum einen gab es eine riesige Anzahl Workshops, gehalten von Profi-Musikern und Musiklehrern, rund um das Thema Bluegrass Musik. Und einige der Bands waren echte Hoehepunkte, die selbst schlaefrig gewordene Langzeitzuhoerer wieder frisch werden liessen. Mein Tip fuer alle Neugierigen: werft mal einen Blick auf die Myspace-Seite der band The Steeldrivers. Und allen, denen Bluegrass kein Begriff ist, hier noch der schnelle Link zum Thema Bluegrass Music.
Schon seit geraumer Zeit nutze ich unter Linux keine fest eingeteilten Partitionen mehr, sondern den LVM2 Volume Manager. Hier ein nettes Beispiel, wozu das gut sein kann..
Ich nutze eine externe SATA Festplatte, deren Logical Volumes alle innerhalb einer Volume Group stecken (die die Platte identifiziert). Wenn ich nun (so wie heute) etwas mehr Platz auf einem dieser Volumes brauche (und zufällig auch noch welcher frei ist, in der Volume Group), muss ich nur das machen:
# lvdisplay /dev/SimpleTechVolGroup00/MediaVol
--- Logical volume ---
LV Name /dev/SimpleTechVolGroup00/MediaVol
VG Name SimpleTechVolGroup00
LV UUID IVPtuf-QyI6-E67X-uhaG-11VJ-ICJf-nQHKcW
LV Write Access read/write
LV Status available
# open 0
LV Size 25.00 GB
Current LE 6400
Segments 1
Allocation inherit
Read ahead sectors 0
Block device 253:5
Jetzt weiss ich, das mein LV 25 GB (oder 6400 Logical Extents) gross ist - ich haette aber gern 75 GB.
# lvresize -l +12800 /dev/SimpleTechVolGroup00/MediaVol
Extending logical volume MediaVol to 75.00 GB
Logical volume MediaVol successfully resized
Jetzt ist das LV 75 GB gross - nun muss noch das Dateisystem nachgezogen werden (und ein Dateisystem-Check ist vorher auch dran):
# e2fsck -f /dev/SimpleTechVolGroup00/MediaVol
e2fsck 1.40.2 (12-Jul-2007)
Pass 1: Checking inodes, blocks, and sizes
Pass 2: Checking directory structure
Pass 3: Checking directory connectivity
Pass 4: Checking reference counts
Pass 5: Checking group summary information
MEDIA: 8894/3276800 files (2.6% non-contiguous), 6055472/6553600 blocks
# resize2fs -p /dev/SimpleTechVolGroup00/MediaVol
resize2fs 1.40.2 (12-Jul-2007)
Resizing the filesystem on /dev/SimpleTechVolGroup00/MediaVol to 19660800 (4k) blocks.
Begin pass 1 (max = 400)
Extending the inode table XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
The filesystem on /dev/SimpleTechVolGroup00/MediaVol is now 19660800 blocks long.
Das war alles. Ich habe keine explizite Groesse angegeben, also hat resize2fs das Dateisystem auf die volle Groesse der Partition erweitert.
Das Ganze kann man (zum Beispiel auf Servern) online tun (das Dateisystem wird also im gemounteten Zustand vergrößert) - man muß aber nicht.
Nett!
Jetzt, nach drei Monaten fange ich langsam an zu begreifen, das ich tatsächlich hier lebe. Viele Dinge die ich mir sehr schwer vorgestellt habe, waren am Ende sehr einfach (oder scheinen jetzt so) - zum Beispiel die Behördengänge. Anderes wird mir noch sehr lange schwer fallen: zum Beispiel bei den häufig extrem schnell sprechenden Kassierern von Bistros und Schnellimbissläden ein noch so kleines Fitzelchen Essen zu bestellen, ohne sechsmal nachzufragen (damit geht es meinen amerikanischen Kollegen nämlich auch nicht besser).
Mit einem Lächeln, würdig der Überreichung eines Lotto-Hauptgewinns verkündete uns letzte Woche die Sixt-Mitarbeiterin in Wiesbaden, das wir statt des reservierten Passat Variant nun einen VW Touran erhielten (ich glaube der ist kleiner?). Dieser würde auf besonders umweltfreundliche und sparsame Weise mit Erdgas angetrieben.
Schluck. Aha?
Im darauf folgenden Satz machte dann die Katze selbigen aus dem berühmten Sack: die Reichweite des Gefährts beträgt (mit Erdgas) nur runde 300 Kilometer, weshalb auch noch ein kleiner Benzintank verbaut ist der einem dazu verhelfen soll, die nächste Erdgastankstelle zu erreichen. So man denn eine findet. Dieses Sonderangebot wird folgerichtig also durch ein (ansonsten aufpreispflichtiges) Navigationssystem abgerundet, welches bei längeren Fahrten wie der unseren hauptsächlich dazu dient, den Kurs auf die spärlich gesäten Erdgasvorkommen in Deutschland auszurichten. In Sachsen gibt es laut dieser Liste zum Beispiel 28 solcher Tankstellen, allerdings sind einge davon Betriebstankstellen z.B. von Stadtwerken. Das dies dem ohnehin moderaten Spareffekt nicht zuträglich ist, darf man getrost annehmen.

Wer genau hinsieht, erkennt links neben dem Tacho die (runde) Erdgasanzeige, die roten Balken darüber markieren den Benzinfüllstand.
Fazit: Der wirklich einzige positive Effekt dieser Geschichte ist, das man auf den Kraftgas-Besorgungs-Extratouren eine Menge vom Land und seinen Leuten sieht und auch öfter mal an der (Zapf?)Säule mit anderen enttäuschten Gas-Piloten ins Gespräch kommt. Der Tankvorgang dauert nämlich auch etwas länger.
Am 04. Juli (!) bin ich auf dem Logan International Airport hier in Boston angekommen. Jetzt (genau einen Monat spaeter) haben wir eine Wohnung, Telefone und Auto und heute ist meine Social Security Number eingetrudelt - jetzt fuehle ich mich einigermassen komplett. Wenn der Umzug geschafft ist werde ich wieder eine Kamera haben - bis dahin werde ich wohl weiter ziemlich ruhig bleiben. Wenn alles glatt geht, wird kommende Woche der superschnelle FiOS-Internetanschluss in unserem neuen zu Hause geschaltet - das bedeutet dann 20 MBit/s downstream!
Dies ist wohl die quasi-offizielle Aufforderung, endgueltig Abschied von allen Umlauten zu nehmen - auch dem in meinem eigenen Namen. Viel wert war der o-Umlaut in meinem vom Englischen gezeichneten Berufsalltag eh nie, meine Inhaberschaft der domain xn--rgner-jua.de macht das nur deutlicher.
Machts gut, öäüß!
In den letzten Wochen habe ich einen großen Teil meiner Arbeitskraft auf die Installation mehrerer 4-Knoten Cluster (Oracle RAC 10gR2) verwendet. Eigentlich ist das eine interessante, wenn nicht gar spannende Tätigkeit - schließlich weiß man vorher eigentlich nie, ob es am Ende auch funktioniert. Und weil auch diesmal der Fehlerteufel erbarmungslos zugebissen hat, möchte ich diese Geschichte mal aufschreiben - wer weiß ob es nicht mal irgendjemandem hilft.
Für den Cluster-Teil der Oracle-Installation wird eine dedizierte Netzwerkverbindung verwendet - diese ermöglicht den Knoten, sich über den Status der anderen Mitglieder zu informieren oder diesen ggf. zu beeinflussen (Dienste hochfahren z.B.). Und weil zuweilen eine Menge Daten über diesen Cluster-Interconnect transportiert werden müssen, sollte man möglichst Jumbo-Frames nutzen, also die Maximum Transmission Unit der beteiligten Netzwerk-Interfaces auf einen Wert in der Gegend von 9000 Bytes einstellen. Das muß auf allen an der Kommunikation beteiligten Gegenstellen manuell passieren (Standard sind i.d.R. 1500 Bytes) - und auch auf den Netzwerk-Switches. Nun war das bei den Interconnect-Switchen leider vergessen worden. Und das unschöne daran ist, das ein einfacher ping immer erfolgreich ist (denn der hat eine Segmentgröße von um die 56 Bytes). Erst wenn man mit so etwas wie
ping -c 5 -s 8192 hostname arbeitet, tritt das Problem zutage. Aber es kommt noch besser: Wenn eine Anwendung versucht, das Interface zu benutzen, gehen die ersten paar Pakete durch, erst dann hängt jeder Prozeß, der in dieses Netz will. Das macht die Fehlersuche endgültig zur Glückssache, denn diesen Fehler kann kaum eine Anwendung selbst erkennen. So auch hier - am Ende der Clusterware-Installation blieb das root.sh-Skript auf dem letzten Knoten entweder hängen oder meldete, das der Cluster Stack nicht hochgefahren werden könne - je nachdem, ob es noch ein paar Pakete durchs Netz geschafft hatten oder nicht. Sowas.
Seit vorgestern morgen ist unsere Telefonleitung tot. Haben wir auch keine Netzwerkverbindung mehr. Das ich sofort bei der Arcor Störungsannahme (per Mobiltelefon) angerufen habe brauche ich nicht zu betonen - schließlich hängen große Teile unserer Arbeit von dieser Verbindung zur Außenwelt ab. Da es dann doch anderthalb Tage bis zum ersten Rückruf gedauert hat (nachdem die automatische Kundenabwimmelungsstimme immer wieder versicherte, es würde schnellstmöglich ein Techniker zu Hilfe eilen), waren unser beider Nerven schon ziemlich strapaziert. Dann war nichts weiter war zu vermelden, als das vor Pfingsten (natürlich wegen des Telekom-Streiks) mit Sicherheit niemand erscheinen würde, sich unseres Problems anzunehmen. Das wirklich Unverschämte an diesem System ist, daß der Kunde (wir) keine Möglichkeit (und wohl auch keinen Anspruch darauf) hat zu erfahren, wann denn jemand kommt. Man bekommt keinen Termin oder gar eine Telefonnummer für Rückrufe, sondern Vermutungen. Anrufe bei der Hotline sind hier sinnlos, denn der Fall liegt ja bereits in der (unerreichbaren) Technikabteilung. Im Idealfall ist der Kunde einer Telefongesellschaft also ein zahlungskräftiger Frührentner, schließlich sind mehrere Werktage Wartezeit abzusitzen und die Rechnung soll ja trotzdem pünktlich bezahlt sein!
SPINNT IHR DENN?
Weil mich das ziemlich viel Zeit und Nerven gekostet hat und weil das Papierchen heute im Briefkasten lag, soll auch dieses Logo nicht unvorgezeigt bleiben:
Wem schonmal die Installation mehrerer Server in einem Cluster zugefallen ist (das impliziert normalerweise eine gewisse Homogenität der Installationen), der lernt schnell Werkzeuge zur Automatisierung dieses Vorganges schätzen - wie zum Beispiel Red Hat kickstart. Das tool gibt es nun schon recht lange und solange sich das Ganze in gewissen Grenzen hält, darf es als hinnehmbar angesehen werden, für jede Maschine eine kickstart-Datei zu pflegen und diese für das Bare-Metal-Deployment zu nutzen.
Sobald aber die Anzahl der Maschinen eine (von der Gründlichkeit und Leidensfähigkeit des Ausführenden abhängige) Anzahl übersteigt, sind Templates gefragt, schließlich will man ja überall das gleiche machen - nur eben ein wenig unterschiedlich. An dieser Stelle kommt einem das relativ neue Tool cobbler zupasse - es verwaltet nicht nur Distributionen, sondern auch Profile (also z.B. Gruppen von Servern gleicher Bauart) und Systeme und basierend auf dieser hierarchischen Gliederung lassen sich große Mengen von Systemen spielend einfach verwalten. Das Tüpfelchen auf dem i stellt die Einbeziehung der DHCP/PXE Konfiguration auf dem Deployment-System dar, man richtet einen Server einmal mit seiner MAC-Adresse ein und kann diesen dann per Kommandozeilenbefehl einem der angelegten Profile zuweisen - sobald man den Server mit PXE bootet, erhält der eine frische Installation. Wirklich nett.
Gefunden beim versehentlichen Klicken auf "Support und Schulungen". Gute Besserung!
Nach fast genau drei Jahren als DBA/Sysadmin bei PLUS Finanzservice bin ich seit heute Angestellter der Xceptance GmbH und damit offiziell wieder (QA) Consultant.
Eigentlich erübrigt sich jeder Kommentar - dieser Screenshot stammt aus der Installationsroutine der Smart Label Printer Software, die den Druckern gleichen Namens von Seiko beiliegt. Wer jetzt vermutet, dass diese eigenwillige Deutung rechtschreibreformerischen Tuns in Deutschland auch Rückschlüsse auf die allgemeine Qualität dieser Software zulässt, liegt richtig.
P.S.: Ich habe den Konverter keineswegs ausgestosen.
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